Chancen & Risiken der Digitalisierung

von Franziska Jäger am 13. September 2020

4 Tipps und 4 To-dos, wie Sie Ihr Unternehmen zielsicher in die digitale Zukunft führen

Chancen und Risiken der Digitalisierung - Digital Transformation
  1. Digitale Sprachassistenten revolutionieren die persönliche Nutzung des Internets
  2. Die Herausforderung: Content Creation für die moderne Internetnutzung
  3. 4 Tipps und 4 To Dos für eine erfolgreiche Onlinestrategie
    1. Kennen Sie Ihre Zielgruppe?
    2. Für welche Probleme Ihrer Zielgruppe sind Sie die beste Lösung?
    3. Wann braucht Ihre Zielgruppe Ihren Content?
    4. Wie nutzt Ihre Zielgruppe Ihren Content?
    5. Responsive Design für optimale Inhalte
    6. Den User verstehen und sein Verhalten ernst nehmen
    7. Inhalte mit Mehrwert erzeugen
    8. Trends erkennen und bewerten

„Alexa, setz‘ Brühe auf meine Einkaufsliste!“ „Ich habe Brühe zu Deiner Einkaufsliste hinzugefügt.“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann sind Sie vielleicht einer von mittlerweile über 45% Prozent der Deutschen, die bereits Sprachassistenten nutzen. In der „Postbank Digitalstudie 2020 – Die digitalen Deutschen“ untersucht die Postbank bereits im sechsten Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in den verschiedenen Lebensbereichen der Bundesbürger in Bezug auf Digitalisierung allgemein abzeichnen. Vor allem Ältere kommen demnach zunehmend auf den Geschmack von Sprachassistenten. Welche Chancen und Risiken der Digitalisierung sind für Sie als Unternehmer relevant und welche To Dos sollten Sie dringend beachten? Mehr dazu in diesem Beitrag.

Digitale Sprachassistenten revolutionieren die persönliche Nutzung des Internets

Auch wenn für die meisten Nutzer von digitalen Sprachassistenten wie Amazons Echo der Spaß im Vordergrund steht, steckt in ihnen ein ungeheures Potential für eine erneute Revolution in der Nutzbarkeit des Internets. Viele Unternehmen fragen sich zurecht, wie die Dienstleistung oder das Produkt aussehen muss, das zukünftig über einen digitalen Sprachassistenten verkauft wird. Welche Chancen und Risiken der Digitalisierung gibt es also für Unternehmen?

Echo Plus Sprachassistent - Chancen und Risiken der Digitalisierung
Quelle: Amazon Newsroom

Die Herausforderung: Content Creation für die moderne Internetnutzung

Wirft man einen Blick auf die aktuellen Nutzerzahlen nach Endgeräten, wird schnell klar, dass je nach Nutzungsverhalten und abgerufenem Inhalt, sehr starke Unterschiede zwischen der verwendeten Devices bestehen.

  • Der Desktopcomputer (auch Laptop) ist auch heute noch fester Bestandteil bei der Nutzung des Webs – vorrangig bei bestimmten Zielgruppen (Behörden, älteren Menschen, Büroangestellten, etc.).
  • Dank Smartphone bleibt man auch unterwegs immer auf dem neuesten Stand. Hier werden Nachrichten gecheckt, es wird mit Freunden gechattet oder schnell mal der Weg zur nächsten Bar abgerufen. Interessant ist die Entwicklung von Musikstreaming unterwegs.
  • Das Tablet bleibt weiterhin ein beliebtes Gerät. Es wird nicht nur to go, sondern auch zu Hause als schnelle Alternative zum Desktopcomputer genutzt. Dank des größeren Bildschirms kann hier gerade Bewegtbild-Content punkten. Mit seinem handlichen Format ist das Tablet immer sofort da einsetzbar, wo es gerade gebraucht wird.
  • Die stationären Sprachassistenten (Alexa & Co.) sind hier ebenfalls als Device aufzulisten. Hier ist es wichtiger denn je darauf zu achten, in welcher Situation Ihre Zielgruppe auf die Sprachsteuerung zurückgreift.

Die Herausforderung ist je nach Endgerät und Internetbandbreite den passenden Content für den Nutzer zur Verfügung zu stellen. Es geht also nicht mehr nur primär darum, dass Unternehmen sich überlegen müssen, was sie im Netz präsentieren wollen, sondern vielmehr darum, was Nutzer von ihnen erwarten und wann bzw. wie sie an diese Informationen gelangen.

Amazon Fire Tablet - Chancen und Risiken der Digitalisierung
Quelle: Amazon Newsroom

4 Tipps und 4 To Dos für eine erfolgreiche Onlinestrategie unter Beachtung der Chancen und Risiken der Digitalisierung

Digital? Alles klar! Das scheint allerdings bei vielen Unternehmen immer noch ein großes Problem zu sein… betrachtet man allein die statischen Websites der deutschen Unternehmen, gibt es bei vielen noch eine Menge Nachholbedarf. Obwohl Google bereits 2015 (!) ankündigte, nicht mobile Seiten (Schlagwort: Responsive Design) zukünftig im Ranking abzustrafen und diese jetzt sogar seit September 2020 (!) überhaupt nicht mehr beachten wird, sind noch heute viele Websites mit dem Smartphone nur schwer nutzbar. Woran liegts?

Sicherlich ist das Überangebot an Dienstleistungen mit daran Schuld, dass viele Unternehmen verunsichert sind, wie sie ihre Inhalte bestmöglich aufbereiten. Verständlich ist auch, dass Unternehmen nicht jedes Jahr eine neue Website erstellen können, denn trotz moderner Technik ist eine Website immer noch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Darum ist es wichtig, als Unternehmen eine langfristige Onlinestrategie zu haben, die nicht zu starr ist und sich auf Trends einstellen kann. Wir geben hier acht Tipps, worauf Unternehmen achten sollten.

1. Kennen Sie Ihre Zielgruppe?

Das klingt nach einem alten Hut, ist aber bei vielen Unternehmen gar nicht so einfach. Produkte oder Dienstleistungen zu beschreiben bereitet den meisten Unternehmen keine große Mühe, doch zu wissen, wer sie konkret kauft oder nutzt, das steht auf einem anderen Blatt. Verständlicherweise hat nicht jedes Unternehmen ein unbegrenztes Budget, um Marktforschung zu betreiben. Aber mit moderner Technik lässt sich zumindest im Onlienbereich prüfen, wer die eigene Website besucht – und vor allem, woher er kommt und mit welchem Endgerät er welche Inhalte abruft. Es ist also extrem wichtig zu wissen, wer Ihre Informationen aus welchem Grund nutzt – und wer sie vielleicht noch nicht nutzt, aber unbedingt nutzen sollte.

2. Für welche Probleme Ihrer Zielgruppe sind Sie die beste Lösung?

Haben Sie erste Erkenntnisse zu Ihrer Zielgruppe erlangt, gilt es nun in einem zweiten Schritt zu ergründen, was diese Zielgruppe genau sucht, welche Probleme sie umtreibt und welche ihrer Belange Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung lösen können. Wenn Sie das wissen, können Sie zielgerichtet Content erzeugen, mit dem Sie langfristig erfolgreich sind. Dabei sind Art und Aufbereitung Ihrer Inhalte ganz entscheidend für den Erfolg und Misserfolg Ihrer Strategie.

3. Wann braucht Ihre Zielgruppe Ihren Content?

Je nach Zeitpunkt und Lebenslage können sich die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe stark unterscheiden. Der Faktor Zeit ist hierbei ein sehr wichtiger Einfluss, denn je nachdem, ob Ihre Zielgruppe mobil unterwegs oder zuhause am Computer sitzt, wird sich ihr Nutzungsverhalten unterscheiden. Fakt ist aber: Studien haben gezeigt, dass mobiler Content sich nicht von statischem unterscheiden sollte. Viel eher sollte eine gute Navigation die Möglichkeit geben, tiefer in ein Thema einsteigen zu können, wenn gewünscht und anderenfalls ein schnelles Screening der Seite zuzulassen.

4. Wie nutzt Ihre Zielgruppe Ihren Content?

Und genau JETZT sind wir an dem eingangs erwähnten Punkt der Sprachassistenten angelangt, an dem wir eine erneute kleine Revolution der Webinhalte beobachten können. Hatten wir bisher „nur“ drei verschiedene Nutzergeräte auf dem Schirm (klammert man Google mal aus), erweitert sich der Kreis nun um einen weiteren digitalen Nutzer. Grundsätzlich wurden die Sprachcomputer wie Alexa anfangs hauptsächlich für Musikstreaming oder kleine Spielereien genutzt, sind sie wie prophezeit heute auch ein wichtiger Faktor für Unternehmen geworden. Nutzer fragen nach den Öffnungszeiten ihres Friseurs, erkundigen sich nach den neuesten Nachrichten, fragen Antworten zu aktuell diskutierten Themen ab oder erweitern ihre Einkaufsliste. Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Es sind die W-Fragen, die hauptsächlich via Sprachassistent gestellt werden. Wichtig: Für eine erfolgreiche Onlinestrategie sollten Sie bereits heute wissen, wann Ihre Zielgruppe Ihre Inhalte warum nutzt.

1. To-do: Responsive Design für optimale Inhalte

Egal wie Ihre Zielgruppe aussieht und wann oder wo sie Ihr Onlineangebot nutzt – ein paar Basis-Regeln sind für alle Website-Betreiber gleich, beginnend mit Ihrem Onlineauftritt bzw. Ihrer Website. Diese sollte im Idealfall so konzipiert sein, dass sie für alle Endgeräte und User nutzbar ist – Stichwort ‚Responsive Design‘. Eine gut durchdachte Website ohne viel Schnick Schnack, die technisch sauber aufgesetzt ist und die wichtigsten Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe im Blick hat, ist der erste große Schritt für eine langfristig erfolgreiche Onlinestrategie.

2. To-do: Den User verstehen und sein Verhalten ernst nehmen

Klingt in der Theorie einfach, ist in der Praxis aber manchmal gar nicht so leicht. Warum springt ein User ab? Wieso klickt er nicht auf den weiterführenden Content, den ich ihm zur Verfügung stelle? Warum kauft er nicht? Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle (die Inhalte selbst, die Aufbereitung, die Funktionalität, etc.). Wer aber nachhaltig agieren möchte, der sollte seine Onlineaktivitäten immer kritisch hinterfragen und wenn notwendig, an die Bedürfnisse seiner Zielgruppe anpassen.

3. To-do: Inhalte mit Mehrwert erzeugen

„The best place to hide a dead body is page 2 of Google search results.“ Da ist was dran. Aber ist der automatische Schluss dann auch, dass man mit allen Mitteln versuchen muss auf Platz 1 zu landen? Je nachdem, mit wem man sich so um die Top Platzierungen bei Google streitet, kann ein gutes Ranking richtig teuer werden. Wie groß der Wunsch vieler Unternehmen danach ist, zeigt die steigende Nachfrage nach sauber Suchmaschinen-optimierten Inhalten. Unsere Empfehlung: Guten und ehrlichen Content für Zielgruppe und Google schaffen, mit dem eine hoher Informationswert mit nachhaltigen SEO-Kriterien gepaart wird.

Im Grunde ist es wie in allen Bereichen des Lebens: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Denn auch als Unternehmer muss man ständig kritisch den Markt beobachten und digitale Trends im Auge behalten. Ein fester Ansprechpartner im Unternehmen, der mit Leidenschaft und genügend Zeit das Thema „Digitalisierung“ vorantreiben kann, ist nach wie vor noch nicht in jedem Unternehmen zu finden. Wer aber überlegt, sich hier personell neu aufzustellen, ist damit sicher gut beraten. Auch wenn das nicht bedeutet, dass man auf jeden Hype aufspringen muss, entbindet es Unternehmen nicht von ihrer Pflicht immer wieder kritisch zu prüfen, wie die eigene digitale Präsenz aktuell ist und ob man bereit ist für den nächsten Paradigmenwechsel der Internutzung.

In diesem Sinne: Alexa, spiel meine Playlist „Arbeit“ von Spotify!

Bildquellen:
ID 1072111648 NicoElNino/Essentials-Kollektion/iStock.com

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