Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Die wandelbaren Cosplay-Seiten von Jules. // September 28

Nein, es geht im Folgenden nicht um Karneval und lustige Kostümchen. Darauf legt Jules wert. Cosplay ist nämlich anders. Hier geht es nicht ums lustige Verkleiden mit Hütchen und roten Nasen und mit Maskerade zum Promille-Vertuschen hat es auch nichts zu tun. Vielleicht starten wir mal mit einer ganz gewöhnlichen Wikipedia-Definition: „Cosplay ist eine ursprünglich aus Japan stammende Fanpraxis, die in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur – aus Manga, Anime, Comic, Film oder Videospiel – durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar." „Originalgetreu, sei hier der wichtigste Aspekt", sagt Jules. Denn anders als beim Karneval, will ein Cosplayer mit Ernsthaftigkeit in den Charakter und den Look „seines“ Animes eintauchen. Dieser Leidenschaft geht eine überraschend große Zahl an Fans nach.

„Am Anfang ist die Entwicklung des Cosplays ganz schön chaotisch“.

Angefangen hat für Jules alles mit dem Besuch der Leipziger Buchmesse. Dorthin begleitete sie eine Freundin, die bereits zur Cosplayer-Szene gehörte. „Die Atmosphäre hat mich von Anfang an fasziniert und ich fand es ganz schnell ziemlich komisch, selbst in einem ‚normalen‘ Outfit dort zu sein. Direkt danach hab ich angefangen, Animes zu schauen und mich in die Cosplay-Szene verliebt.“

Dabei geht es nicht um ein grobes Abbild, sondern um extrem detailreiches Kopieren. Farben, Stoffe, Textur, Frisur, etc. Kein Flohmarkt, kein Kurzwarenladen ist vor engagierten Cosplayern sicher. Wie Kostümbildner legen Cosplayer Skizzen an, testen Schnitte mit unterschiedlichen Stoffe, vergleichen mit dem gewählten Charakter, verwerfen, zerreißen und fangen neu an. Aber wenn dann wirklich alles zusammenpasst, ist das Ergebnis einfach nur unglaublich eindrucksvoll, wie unsere wandelbare Jules beweist: